Retorten Vergleich

In Polen gibt es für den Abbrand drei verschiedene Retorten. Die kostengünstige Eco-Retorte, die Standardretorte und die drehende Retorte von der sich unsere Anthrazitretorte ableitet.

Die Standardretorte fördert die Steinkohle kontinuierlich bis zum Kniestück. Das Kniestück selber hat einen Rundbogen, weshalb die Steinkohle ebenfalls kontinuierlich nach oben gedrückt wird. Da diese Retorte rund ausgeführt ist, verbrennt die Kohle mit einer definierten Luftmenge und ein guter Durchbrand der Steinkohle ist gesichert und ein niedriger Restsauerstoff ist gewährleistet. Diese Retorte ist sehr gut geeignet für polnische Gaskohlen, wobei es ratsam ist, eine Steinkohle mit einem niedrigen Sinterungswert (RI) zu verwenden. Mit gewissen Abstrichen kann man auch Anthrazit verbrennen.

Die Eko-Retorte hat eine Schnecke aus Guß, weshalb die Schneckenführung für die Steinkohle bogenförmig ausgeführt ist. Aus diesem Grunde wird die Steinkohle nicht koaxial, wie bei der Standardretorte gefördert, sondern schräg gegen die Wandung gepreßt. Dies hat zwei Nachteile:

  1. Die Füllmenge der Schnecke ist bedeutend geringer ausgeführt
  2. Die Steinkohle wird schräg gefördert, weshalb die Steinkohle gegen das Schneckenrohr gepreßt wird
    1. Entsprechend des Hardgroove-Index entsteht mehr oder weniger viel Kohlestaub
    2. Die sich häufiger drehende Schnecke muß die stark reibende Steinkohle mit einem erhöhten Kraftaufwand fördern, was höhere Stromkosten verursacht

Zudem ist das Schneckenende gegenläufig ausgeführt und wird über einen Hebel in die Retorte gehoben, weshalb sich wieder zwei Nacheile ergeben:

  1. Die Steinkohle wird unterhalb der Retorte über eine ¾ Umdrehung gedrückt, weshalb sie ein weiteres Mal zermahlen wird.
  2. Die Steinkohle wird übermäßig in die Retorte gehoben, fängt das Brennen an und fällt bei weiterer Umdrehung der Schnecke wieder in Retorte zurück. Dadurch wird ein Kohleschwelbrand ausgelöst.

Ein weiterer gravierender Nachteil der Eko-Retorte ist der quadratische Aufbau der Retorte. Aus diesem Grunde ist im Zentrum zuwenig Luft vorhanden und an den Ecken ein Luftüberschuß. Dadurch kann die Verbrennung der Steinkohle nicht sauber gesteuert werden. Diese Retorte ist bedingt geeignet für polnische Gaskohlen, wobei es ratsam ist, eine Steinkohle mit einem niedrigen Sinterungswert (RI) zu verwenden. Mit großen Abstrichen kann man auch Anthrazit verbrennen.

Die Anthrazitretorte ist auf den Abbrand von Anthrazit konzipiert. Deswegen ist der Abbrand von polnischen Gaskohlen theoretisch möglich, aber nicht ratsam, da die Schnecke eine zu hohe Wärme ausgesetzt werden kann und dadurch ein Schaden entstehen kann. Auch bei der Anthrazitretorte fördert die Schnecke das Anthrazit kontinuierlich bis zum Kniestück. Auch hier hat das Kniestück einen Rundbogen, weshalb das Anthrazit ebenfalls kontinuierlich nach oben gedrückt wird. Da die Retorte rund ausgeführt ist, verbrennt die Kohle mit einer definierten Luftmenge und ein guter Durchbrand des Anthrazites ist gesichert und ein niederer Restsauerstoff ist gewährleistet. Das Kniestück weißt bei der Anthrazitretorte eine Besonderheit auf, weil die Schnecke durch das Kniestück durchführt und den inneren Retortenring ebenfalls zum Drehen antreibt. Diese Drehbewegung des Innenringes garantiert, daß die Schlackebildung des Anthrazites unterbrochen wird und keine Netzstruckturen aufbauen kann. Dadurch verbrennt der Anthrazit mit deutlich weniger Luft als bei der Standardretorte und auch der Anthrazit ist deutlich besser ausgebrannt.