Da ich in keinem Steinkohlegebiet aufgewachsen bin und dort auch nicht lebe, fragen sich viele Kunden, wie ich als waschechter Franke zur Steinkohle gekommen bin. Das war purer Zufall, denn im Jahre 2006 besuchte mich ein Buchhalter zuhause und sagte, während er sich setzte: „Meine Nachbarn jammern alle über die hohen Heizkosten. Aber das wundert mich nicht, denn die haben im Monat das an Heizkosten, was ich im Jahr habe!“ Dieser Aussage konnte ich damals keinem Glauben schenken, da dieser Buchhalter in einem Reihenhaus wohnt und ich fragte ihn im etwas ironischen Unterton: „Nutzt Du wohl die Wärme Deiner Nachbarn oder heizt Du nicht?“ Seine überraschende Antwort „Ich heize mit Steinkohle“ lies bei mir den unumstößlichen Wunsch nach einer neuen Heizungsanlage auf Steinkohlebasis aufkommen.

Die neue Heizungsanlage wurde angeblich durch die BImSchV fällig und meine Suche nach einer Öl oder Gasheizung stimmte mich nicht glücklich. Es gab nur noch Brennwerttechnik zu kaufen und diese Technologie wollte ich absolut nicht nutzen, da ich sonst den Schornstein hätte sanieren müssen. Meine Idee auf Holz aus zu weichen, wurde durch den plötzlichen Ansturm auf Holz und Pellets jäh zerstört. Da ich an diesem Brennstoff Steinkohle überhaupt nicht gedacht hatte, konnte ich es nicht erwarten, bis der Buchhalter endlich gegangen war und ich Google befragen konnte. Denn neben Öfen müßte es auch Zentralheizungen auf Kohlebasis geben.

Stefan Doliwa Heizkessel und Kohle

Stefan Doliwa

Meine Suche nach Steinkohleheizungen verlief ehrlich gesagt sehr frustrierend. In Deutschland und Österreich fand ich keine einzige Steinkohleheizung, weshalb ich auf englisch suchte und schließlich auf russisch. So fand ich zumindest eine ganz einfache Zentralheizung in Litauen. Litauen – ein EU-Mitglied – freier Warenverkehr, die müßte ich betreiben dürfen. Leider war mittlerweile Freitag abend und so wurde es ein langes Wochenende, bis ich meinen Schornsteinfeger anrufen konnte. Ich überlegte mir schlagfähige Argumente, wenn man dieser Heizung keine Zulassung erteilen wollte.

Am frühen Montag morgen konfrontierte ich meinen verdutzten Schornsteinfeger, der mir gleich eine Telephonnummer im Landratsamt gab. „Allmächd, na!“ dachte ich mir, die werden das sowieso gleich ablehnen! Sobald ich der zuständigen Person von meinem Vorhaben erzählt hatte, fing er und seine Kollegen an mich aus zu lachen: „Sie wollen zurück zur Steinkohle, einem vergessenen Energieträger, den man heute nicht mehr nutzt, HAHAHA!“. Wie ich richtig geahnt hatte, versuchte man mir diese Heizung zu unterbinden und meine strikten Worte „Sie können lachen soviel Sie wollen. Ich verlange von Ihnen eine Aussage: Darf ich diese Heizung verwenden JA oder NEIN, wenn NEIN, warum nicht““ verursachte bei den Beamten spürbares Unbehagen.

Aus diesem Grunde versuchte man einen Themenwechsel und mich dazu zu zwingen mein Haus zu dämmen. Mehrmalige Erklärungsversuche, daß ich dadurch mein Haus irreparabel schädige wurden mit dem Hinweis „das ist Gesetz“ gekontert. Somit verlangte ich ein schriftliches Dokument mit persönlicher Unterschrift und das Thema „Dämmen“ war vom Tisch. In der Zwischenzeit betrat ein weiterer Kollege das Büro und fand die Idee einer Steinkohleheizung sehr interessant. Er bat um meine Daten und schickte mir am Donnerstag eine ewig lange Email mit sehr vielen Links. Er hatte sehr viele Firmen entdeckt, die Steinkohleheizungen anbieten. Ich erkannte, daß um Deutschland und Österreich herum mit Steinkohle geheizt wird, eben nur nicht in der BRD. Er bestätigte mir, daß ich den Kessel aus Litauen betreiben dürfe, aber ich entschied mich für den technisch ausgereiften Markus Heizkessel. Mit diesem Heizkessel beheize ich seit 2007 mein Haus und bin vom Energieträger Steinkohle fasziniert. Steinkohle riecht nicht, qualmt nicht und ihre Zusammensetzung hat gravierenden Einfluß auf die Abgase, die Wirtschaftlichkeit und dem Komfort.